geschrieben von RuppertDane

16. September 2026

Wer einen älteren Hörmann-Garagentorantrieb besitzt, muss ihn nicht gleich austauschen, um das Garagentor per Smartphone oder Smart Home bedienen zu können. In meinem Fall handelt es sich um einen Hörmann SupraMatic E2, den ich mit einem Shelly 1 Gen3 erweitert habe.

Der Shelly besitzt einen potentialfreien Relaiskontakt und kann dadurch gegenüber dem Hörmann-Antrieb wie ein normaler externer Taster arbeiten. Gleichzeitig lässt sich der Shelly direkt aus der vorhandenen 24-V-DC-Versorgung des Garagentorantriebs speisen.

Wichtig: Diese Anleitung beschreibt meinen eigenen Aufbau mit einem Hörmann SupraMatic E2 und einem Shelly 1 Gen3. Vor Arbeiten am Antrieb die Netzspannung abschalten. Die 24-V-Steueranschlüsse dürfen keinesfalls mit 230 V verbunden werden. Vorhandene Sicherheitseinrichtungen des Garagentors dürfen nicht überbrückt oder außer Betrieb gesetzt werden.

Was wird benötigt?

Für den Umbau benötigt man im Wesentlichen einen Shelly 1 Gen3, passende Anschlussleitungen und etwas Werkzeug. Ein separates 24-V-Netzteil ist bei diesem Aufbau nicht erforderlich, da der SupraMatic eine 24-V-DC-Versorgung für Zubehör bereitstellt.

Der Shelly 1 Gen3 unterstützt offiziell eine Versorgung mit 24–48 V DC und benötigt laut Hersteller weniger als 1,2 Watt.

Die Anschlüsse am Hörmann SupraMatic E2

Auf der Steuerplatine meines SupraMatic E2 befindet sich ein vierpoliger Anschlussblock mit folgender Beschriftung:

  • 23 – I2: Teilöffnung
  • 5 – 24 V: +24 V DC
  • 21 – I1: Impulseingang
  • 20 – 0 V: Masse / 0 V

Für diese Installation benötigen wir nur die Klemmen 5, 21 und 20. Klemme 5 und Klemme 20 versorgen den Shelly. Über Klemme 21 wird der eigentliche Torimpuls ausgelöst.

Der Hörmann-Eingang arbeitet dabei wie ein klassischer Taster: Wird Klemme 21 kurz mit Klemme 20 verbunden, erhält der Antrieb einen Impuls.

Hinweis: Je nach Revision des SupraMatic E2 kann die Bezeichnung des zweiten, hier nicht benötigten Kanals abweichen. Entscheidend für diesen Aufbau sind die Anschlüsse 5, 21 und 20.

Shelly 1 Gen3 mit 24 V DC versorgen

Bei der 24-V-Versorgung des Shelly 1 Gen3 muss man auf die direkt auf dem Gerät aufgedruckte DC-Belegung achten.

Anschlussbelegung des Shelly 1 Gen3 bei 24 bis 48 Volt Gleichspannung
Aufdruck des Shelly 1 Gen3 für die Versorgung mit 24–48 V DC.

Für 24–48 V DC gilt bei diesem Shelly:

  • N = +24 V
  • L = 0 V / Minus / GND

Der separate Anschluss 12V wird in diesem Aufbau nicht verwendet. Er ist ausschließlich für eine Versorgung mit 12 V DC vorgesehen.

Die Angaben zur Versorgungsspannung und Klemmenbelegung sind auch in der offiziellen Dokumentation des Shelly 1 Gen3 aufgeführt.

Verkabelung zwischen Hörmann und Shelly

Die komplette Verdrahtung sieht in meinem Aufbau beziehungsweise im folgenden Schaltbild so aus:

Schaltplan Hörmann SupraMatic E2 mit Shelly 1 Gen3
Anschlussplan zwischen Hörmann SupraMatic E2 und Shelly 1 Gen3.
Hörmann SupraMatic E2 Shelly 1 Gen3 Funktion
5 – +24 V N (+) Versorgung des Shelly
20 – 0 V L (−) Versorgung / Masse
21 – I1 O Eine Seite des potentialfreien Relaiskontakts
20 – 0 V I Andere Seite des potentialfreien Relaiskontakts

Wichtig: Die Anschlüsse I und O des Shelly bilden lediglich die beiden Seiten des potentialfreien Relaiskontakts. Deshalb können I und O bei dieser Anwendung auch vertauscht angeschlossen werden. Wer also 21 → I und 20 → O verdrahtet hat, hat elektrisch dieselbe Funktion.

Entscheidend ist nur: Wenn das Shelly-Relais einschaltet, werden die Hörmann-Klemmen 21 und 20 kurz miteinander verbunden. Genau das simuliert den externen Taster.

Die Shelly-Anschlüsse SW und 12V bleiben bei dieser Installation frei.

In der obigen Zeichnung ist zusätzlich „Eingang: Detached“ vermerkt. Da der SW-Eingang in dieser Installation nicht angeschlossen ist, ist diese Einstellung für die hier beschriebene Torsteuerung nicht erforderlich.

Auto-Off auf eine Sekunde einstellen

Nach der Verkabelung muss der Shelly so eingestellt werden, dass sein Relais nicht dauerhaft eingeschaltet bleibt. Ansonsten würde der erste Klick den Kontakt schließen und der nächste Klick lediglich wieder öffnen.

Für einen Garagentorantrieb benötigen wir stattdessen einen kurzen Tastimpuls. Dazu wird in der Shelly-Oberfläche unter Zeitschaltuhr die Funktion „Automatisch ausschalten“ aktiviert.

Shelly 1 Gen3 Auto-Off Timer auf eine Sekunde einstellen
„Automatisch ausschalten“ aktivieren und die Zeit auf 00:00:01 setzen.

Die Einstellung lautet:

Automatisch ausschalten: 1 Sekunde (00:00:01)

„Automatisch einschalten“ bleibt deaktiviert. Bei jedem Antippen schließt das Relais nun für eine Sekunde und öffnet anschließend automatisch wieder. Dadurch bekommt der SupraMatic bei jedem Klick genau einen Tastimpuls.

Wie verhält sich das Garagentor?

Wichtig ist zu verstehen, dass Klemme 21 kein separater „Öffnen“- oder „Schließen“-Eingang ist. Es handelt sich um einen Impulseingang. Der Shelly simuliert deshalb lediglich das Drücken eines normalen Garagentortasters.

Abhängig vom aktuellen Zustand des Antriebs führt ein weiterer Impuls beispielsweise Öffnen, Stoppen oder Schließen aus. Das entspricht dem Verhalten eines normalen Hörmann-Tasters.

Hinweis zur Zustandsanzeige: In der hier beschriebenen Installation weiß der Shelly nicht, ob das Tor tatsächlich offen oder geschlossen ist. Er weiß lediglich, dass er einen Impuls ausgelöst hat.

Eine separate Zustandsrückmeldung über einen Magnet- beziehungsweise Reedkontakt lässt sich später ergänzen. Diese Erweiterung ist jedoch nicht Bestandteil dieser Anleitung.

Fazit

Mit einem Shelly 1 Gen3 lässt sich ein Hörmann SupraMatic E2 mit überschaubarem Aufwand um eine WLAN-Steuerung erweitern. Der Shelly wird aus der vorhandenen 24-V-Versorgung gespeist und sein potentialfreier Relaiskontakt übernimmt lediglich die Funktion eines externen Tasters.

Besonders wichtig sind dabei zwei Punkte: Bei 24–48 V DC liegt +24 V am Shelly-Anschluss N und 0 V am Anschluss L, und für die Torsteuerung sollte Auto-Off auf etwa eine Sekunde eingestellt werden.

Damit funktioniert die Steuerung zuverlässig, ohne die eigentliche Motorsteuerung des SupraMatic verändern zu müssen.

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